Thursday, May 2, 2013

Short Vacation!

Just so you know, "Face the Vitrine" will be taking some time off from 3-6 of May. I could use a little breather.

Friday, April 26, 2013

"Face the Vitrine" With Yasmin Elayat

On April 22nd, Yasmin Elayat and I launched "Face the Vitrine", an interactive public art installation in downtown Cairo. This is actually the launch of a six-month-long project (The "Vatrina" Project) that takes place in an abandoned storefront provided by Ismailia Real Estate Company and is made possible  with the support of a grant provided by the Arab Fund for Art and Culture (AFAC).

"Face the Vitrine" launched as part of D-CAF's visual art program, but will continue to be on display until May 22nd, after which the second installation will start.

A dedicated Tumblr has been set up to keep track of the project and can be seen here.

For a little glimpse of the project, check out this video shot by Rowan El Shimi for Ahram Online:

With Sowat in Marseilles

From April 3rd to April 6th, I collaborated with French street-artist Sowat on a little something something for the Anna Lindh Forum in Marseilles, France.

Here's a little video of our collaboration put together by Jeremy Wyler using photographs by Jean de Pena:


Wednesday, March 6, 2013

WW3 Illustrated #44 Release Party



Join the crew behind WW3 Illustrated at the Silent Barn in Brooklyn, NY to celebrate the release of their 44th issue on March 7th, 7:00 PM EST!

The issue, which focuses on the topic of "Being the Other," features the work of Sandy Jimenez, Sabrina Jones, Joel Schechter, Hilary Allison, Jesse Staniforth, Dan Buller, Celement de Gaulejac, Leila Abdul Razzaq, Tom Keough, Carlo Quispe, Peter Kuper, Pat Perry, Seth Tobocman, Crystal Clarity, Barrack Rima, and myself.



For a little preview of the issue, see this PDF.

For the release party, it looks like the folks at WW3 Illustrated are planning an eventful evening full of live readings, performances, and interviews. The program looks a little something like this:


7:00 PM - START - Mingle and browse - 30 minutes

7:30 Ganzeer - (interview via video conference) 20 minutes
7:42 Sabrina Jones - "Kemba Smith" - 5-10 minutes
7:52 Sandy Jimenez - "Single Lens Reflex" - 15 minutes

8:20 BREAK - Mingle and browse - 20 minutes

8:40 Peter Kuper - "One Rainy Night" - 15 minutes
8:55 Seth Tobocman - "One City" and "You Don't Have to Fuck People Over to Survive"
  w/ Andy Laties on saxaphone and Eric Blitz on drums - 20 minutes

9:15 - END OF SHOW - Mingle and browse - 45 minutes

 Enjoy!

Tuesday, March 5, 2013

Once Upon a Time, an Egyptian Cat Was Put to Work

"Once Upon a Time, an Egyptian Cat Was Put to Work" is the title of my latest piece, created as a contribution to the Nile Sunset Annex's show "What Are You Doing, Drawing?", which includes work by Mohammed Abdallah, Hady Anoukamar, Adham Bakry, Khaled Fahmy, Shayma Kamel, Betty Khoury, Ahmed Nagy, Sarah Rifky, Hanaa Safwat, Ahmed Shawky, Take to the Sea, James Wright, and Ayman.




Nile Sunset Annex is an art space in the Garden City district of Cairo started and managed by Hady Aboukamar, Taha Bilal, and Jennifer Evans in the comfort of my own apartment. It's quite nice. Here are some pictures from the opening night, February 23rd:










Open Sesame Documentation

Here are some pictures I got from the work I showed at Apexart in NYC, in the show "Open Sesame" curated by Ola El-Khalidi. The work was created in response to material gathered by Ola relating to the Iraqi invasion of Kuwait in the August of 1990.













"Open Sesame" also featured works by Jeanno Gaussi, Rheim Alkadhi, and Makan Collective. More information available here.

Sunday, January 13, 2013

Portrait by Lorenz Pfrunder

The following "portrait", written by Lorenz Pfrunder, was written about a year ago for Swedesh NZZ Folio. It's amazing to think a whole year has passed since then.

Ganzeer, 29, KĂĽnstler, Kairo
Der Rummel um Ganzeer begann mit den gigantischen Wandbildern, die er nach dem Sturz Mubaraks malte: ein Radfahrer, der auf seinem Kopf einen Korb voller Brot trägt und dem sich ein Panzer in den Weg stellt; riesengrosse Portraits der Märtyrer der Revolution. Ganzeers Maske der Freiheit wurde zur Ikone: Auf einem grellgelben Hintergrund sieht man den Torso eines nackten Mannes, der eine Maske aus Lederriemen trägt. Sie verschliesst ihm die Augen und verstopft ihm den Mund. An der Maske sind zwei winzige FlĂĽgel befestigt. Dazu steht im Stil eines Werbeplakats: «Neu: Die Maske der Freiheit. Ein Gruss vom Hohen Rat der Armee an die geliebten Söhne der Heimat. Jetzt erhältlich, fĂĽr unbeschränkte Zeit.» Ganzeer beklebte damit die Stadt. Ein Passant fĂĽhlte sich provoziert, ein Verkehrspolizist rief die Militärpolizei, die ihn verhaftete.

Doch Ganzeer kam frei, ohne dass gegen ihn Anklage erhoben wurde. Dies habe sicher mit dem Druck zu tun, der auf das Militär ausgeĂĽbt worden sei, sagt Ganzeer. Ăśber Facebook starteten seine Freunde eine Kampagne, bald hatten Tausende den gelben Sticker als ihr Profilbild eingestellt. Menschenrechtsgruppen, das Fernsehen und die Internetmedien berichteten darĂĽber. Massgeblich zu seiner Freilassung beigetragen hätten aber auch «ein paar Telefonanrufe bei Leuten ganz oben im Militär». Andere hatten weniger GlĂĽck. Seit Beginn der Revolution wurden ĂĽber 12 000 Zivilpersonen von Militärgerichten zu oft hohen Gefängnisstrafen verurteilt.

Wenn die Welt hoffnungsvoll von der «arabischen Jugend» spricht, meint sie Leute wie Ganzeer. Er ist einer der aufsehenerregendsten zeitgenössischen KĂĽnstler Ă„gyptens, und er macht sich seit Jahren Gedanken ĂĽber die Missstände im Land. «Wir erkennen gerade, dass wir unter einer kapitalistischen Diktatur leben», sagt er. «Die Zwänge der kapitalistischen Logik lassen keinen Spielraum fĂĽr individuelle Beteiligung.» Der junge Mann, der seinen bĂĽrgerlichen Namen fĂĽr sich behalten will, denkt global, seine Hoffnung liegt im Internet, in der internationalen Vernetzung lokaler Gruppen. «Wir mĂĽssen uns auch im realen Leben in kleinen, gut vernetzten Gruppen organisieren. Wir können ein komplett neues System schaffen.» So spricht der 29jährige stundenlang.

Seine Theorien sind eine Mischung aus Marxismus und Science-Fiction. Er glaubt, unter der politischen Revolution Ă„gyptens sei eine viel bedeutendere gesellschaftliche Umwälzung im Gang. Es gehe um soziale Gerechtigkeit, die Emanzipation von Tradition und Familie, das Recht auf Mitsprache, ein neues Wirtschaftssystem. Ganzeer klagt die Generation seiner Eltern an: «Sie haben uns alle zu Autoritätshörigkeit und Apathie erziehen wollen. Insofern ist unsere Revolte ähnlich motiviert wie die westliche 68er Bewegung.»

Ganzeers Studio liegt im dritten Stock eines Gebäudes aus den 1920ern. Hier wohnt und arbeitet er zusammen mit einem Künstlerkollegen. Gedämpftes Licht sorgt für eine angenehme Stimmung, ein Elektroofen wärmt die Winterluft. Bilder sind gegen die Wände gelehnt. Im Regal stehen viele Comics, einige Bücher über Kunst und politische Theorien. Ganzeer trägt Wollsocken, stellt einen Plasticbecher mit Wasser auf den Tisch, man fühlt sich willkommen.

Ganzeer will kein Street-Artist sein, er wehrt sich auch gegen die Etiketten Grafiker, Illustrator, KĂĽnstler. «I just like to do stuff», sagt er in perfektem Englisch. Seit seine Graffiti berĂĽhmt geworden sind, hat er sogar aufgehört zu malen, weil er nicht in diese Schublade gesteckt werden will. Ausserdem sei er ohnehin pleite, Hunderte von Spraydosen könne er sich nicht mehr leisten. Auf einer weissen Wandtafel hat er mit Filzstift notiert, wem er Geld schuldet. 8700 Pfund (1370 Franken) sind es insgesamt.

Daneben stehen weitere Listen: Wen er anrufen, was er im Haushalt erledigen, was er fĂĽr sein Onlinemagazin «Rolling Bulb» noch fertig machen muss. Auf dem Arbeitstisch liegen die Skizzen fĂĽr einen Comicstrip, den er gerade fĂĽr eine polnische Publikation zeichnet. Daneben arbeitet er an einem Filmplakat. Er hat Möbel entworfen und im Auftrag von Google eine arabische Schrift gestaltet. «Viel lieber wĂĽrde ich mein eigenes Zeug machen, aber ich versuche gerade, irgendwie durchzukommen.»

Eine Diktatur der Militärjunta ist fĂĽr Ganzeer die grösste Bedrohung fĂĽr Ă„gypten. «Das Militär hat ĂĽber Jahrzehnte die Gesellschaft infiltriert.» Es habe sich als StaatshĂĽter aufgespielt, dabei sei es eine Partei mit einer politischen Agenda, wirtschaftlichen Interessen und unglaublich vielen Anhängern. Die Wahlen seien bloss ein Ablenkungsmanöver des Militärs, die Generäle hätten gewusst, dass MuslimbrĂĽder und Salafisten gewinnen wĂĽrden, und hätten sich mit ihnen arrangiert. Vor den Islamisten hat Ganzeer keine Angst. «Das sind Geschäftsleute, Mittelschicht und Mittelmass.»

Ab und zu geht Ganzeer noch auf den Tahrir. «Der Platz ist wichtig, aber ich wusste von Anfang an, dass mein Beitrag zur Revolution anderswo stattfinden muss. Ich fĂĽhle mich immer ein bisschen als Beobachter, wenn ich dort bin.» Wenn er dennoch hingeht, tut er verwirrende Dinge. Er stellt Urnen auf und verteilt Fragebogen, in denen Demonstranten nach ihren politischen WĂĽnschen befragt werden. Ein echter Versuch von Basisdemokratie oder eine Persiflage auf die vom Militär inszenierten Wahlen? Vielleicht beides.

Auch nach dem Sturz von Mubarak bleibt Ganzeers Lebensstil vielen Ă„gyptern suspekt. Er lebt in einer WG, kurvt mit dem Fahrrad in der Stadt herum, trägt im Sommer kurze Hosen. Seine Freundin ist Deutschsyrerin, und manchmal geben sie sich auch in der Ă–ffentlichkeit einen Kuss. «Viele halten mich fĂĽr einen Ausländer», sagt Ganzeer. «Genau deshalb muss ich hierbleiben. Ich arbeite dafĂĽr, dass es normaler wird, anders zu sein.»

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